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Energieaudit - und jetzt? - ENERGIEEFFIZIENZ - ib-konkret

Energieaudit - und jetzt?

Markterhebung Energieaudit 2016

Im Rahmen des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) wurden schätzungsweise 50.000 Unternehmen zur Durchführung eines Energieaudits verpflichtet. Die Deutsche Energie-Berater und -Auditoren Gesellschaft mbH (DEnBAG) führte eine Befragung zur Wirksamkeit von Energieaudits durch. Unser Planungsbüro hat sich an dieser Marktuntersuchung beteiligt. Es zeigt sich, dass im verarbeitenden Gewerbe, also der Branche unserer Hauptkunden, der größte absolute Anteil an Einsparungen liegt. Außerdem wird eine fehlende Umsetzungsverpflichtung der identifizierten Potentiale bemängelt. Hier stellt sich die Frage, welchen Nutzen die Energieauditverpflichtung für die Erfüllung der Ziele im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) der Bundesregierung hat.

Die Markterhebung basiert auf der Auswertung von 228 vollständigen und konsistenten Datensätzen. Das entspricht leider nur 7% der zur Befragung aufgeforderten 3270 Auditoren aus der BAFA-Energieauditorenliste. Wir haben uns an der Befragung beteiligt, da für uns die Ergebnisse der Auswertung von großem Interesse waren. Wir erhalten dadurch einen Abgleich und Vergleich zu anderen Auditoren und deren durchgeführte Energieaudits.

Im Rahmen der vom Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart, dem Fraunhofer IPA, der Beuth Hochschule Berlin und der DEnBAG erarbeiteten Erhebung liegen die Rahmen der Energieaudits identifizierten Einsparungen für alle Branchen im Schnitt bei etwa 2 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe, der Branche unserer Hauptkunden, lag das durchschnittliche Einsparpotential bei 3,8%. Das sind leider keine Zahlen die zum sofortigen Handeln motivieren. Wir konnten in unseren Audits Einsparungen im Bereich von 8-20% aufzeigen, wobei wir bei unseren Analysen sehr stark auf (Kurzzeit-) Messungen gesetzt haben, um die Glaubwürdigkeit gegenüber „anerkannten Schätzmethoden“ zu verbessern. Der Schwerpunkt unserer analysierten Potentiale lag bei den Querschnittstechnologien und technischen Systemen. Ein gleiches Bild zeigt sich in der Erhebung mit rund 89% der vorgeschlagenen Maßnahmen im verarbeitenden Gewerbe. Weiteres großes Potential bieten Handlungsweisen, wobei wir großen Bedarf in der Mitarbeitersensibilisierung sehen. Handlungsweisen haben zudem einen Einfluss auf die Lastprofile und dadurch auf die zu zahlenden Leistungsentgelte.

Die Umsetzungsquote der identifizierten Einsparpotentiale wird von den befragten Energieauditoren auf 21,4% bis 27,3% geschätzt. Auf dieser Basis würden die NAPE-Ziele nicht annähernd erreicht. Nach unserer Abschätzung ist die Umsetzungsquote in der Realität nochmals um einiges geringer. Die Gründe sehen wir darin, dass die Energieaudits eine Pflichterfüllung darstellen. Für einen Großteil der zum Energieaudit verpflichteten Unternehmen gehört Energieeinsparung nicht zum „unternehmerischen Tagesgeschäft“, was heißt, dass der Energieauditbericht in einem Schrank der Geschäftsführung verschwindet und dort schlummert bis die BAFA anfragt oder in 4 Jahren ein neues Energieaudit ansteht. Die Unternehmen, die Energieeffizienz in Ihren Unternehmenszielen festgeschrieben haben, sind meist bereits nach DIN ISO 50001 zertifiziert, streben dessen Zertifizierung an oder haben die Energieauditpflicht mittels unternehmensinterner Fachkräfte bewältigt. Energiekosteneinsparungen ohne zusätzliche Investitionen waren in unseren Audits die Hauptmotivation für die zeitnahe Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen.

Der Zeitaufwand und die damit verbundenen Kosten stehen nach unserer Ansicht in keinem Verhältnis zum aktuell bestehenden Nutzen der Energieaudits. Als Empfehlung der Erhebung wird die Erhöhung der Umsetzungsquote durch ein verstärktes Angebot und Nutzung von Förderprogrammen aufgeführt. Hierzu wollen wir ergänzen, dass die Förderprogramme besser beworben und von den Hausbanken besser unterstützt werden sollten. Weiter wird in der Erhebung empfohlen, dass eine Umsetzungspflicht eingeführt werden soll und die Einsparungen nachgewiesen sollen. Ergänzend wäre hier aus unserer Sicht eine finanzielle Entlastung für energieeffizient agierende Unternehmen im Rahmen der Gewerbesteuer.

Abschließend sehen wir Energieaudit als richtiges Instrument, um Effizienzpotentiale aufzuspüren. Fraglich ist die notwendige breite Technologiekompetenz der Energieauditoren. Hier sollte mit Blick auf die „low hanging fruits“ das Potential der größten und schnellsten Technologiemaßnahmen mit Hilfe spezialisierter Auditoren ausgeschöpft werden. Auf jeden Fall ist eine gesetzliche Korrektur notwendig, um den Forderungen aus dem NAPE annähernd gerecht zu werden.

Die ausführlichen Ergebnisse der Erhebnung finden Sie unter folgendem Link: Markterhebung Energieaudit 2016